Was ich von meinen Töchtern zum Thema Vereinbarkeit gelernt habe.

Oder: wieso wir unsere (unbewusste) elterliche Vorbildfunktion niemals unterschätzen sollten.


War ich baff, als meine damals 3 und 5 Jahre alten Töchter sich eines Tages vor mir aufbauten und verkündeten, dass sie später einmal entweder Mami sein oder in ein Büro gehen wollten. Baff ist vermutlich etwas zu vorsichtig ausgedrückt, ich war fassungslos. Wie kamen sie in ihren jungen Jahren zu so einer Aussage?


Hatte ich in ihrer Gegenwart etwas "Falsches" gesagt? Hatten sie ein Gespräch mitgehört, dass ich mich zwischen meinem beruflichen und privaten Alltag hin- und hergerissen fühlte? Aber nein - viel wichtiger als das Offensichtliche auszusprechen, sind doch die vielen kleinen nonverbalen Botschaften, die wir tagtäglich unbewusst aussenden. Wie sollen Kinder eine positive Assoziation mit Arbeit entwickeln, wenn sie tagtäglich vorgelebt bekommen, wie anstrengend und kräftezehrend es häufig ist, beidem gerecht werden zu wollen. Das wurde mir jedoch erst bewusst, als meine Töchter mir den Spiegel sehr deutlich vorhielten. Es war kein Wink mit dem Zaunpfahl, sondern eher mit dem Betonsockel...


Die Sache mit den Vorbildern beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie


Seitdem steht für mich fest, dass es die Generation meiner Kinder später mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur einfacher haben wird, wenn ihre Eltern ihnen gute Vorbilder sind. Wenn ihre Eltern ihnen vorleben, dass man sowohl beruflich als auch privat erfolgreich und erfüllt sein kann und es kein entweder/oder sein muss. Wenn ihre Eltern mit ihrem persönlichen Weg der Vereinbarkeit im Reinen sind und sich nicht zerrissen fühlen.


Über das Thema Role Models bzw. Vorbilder wird in den Medien viel diskutiert. Meist geht es darum, dass berufstätige Frauen Vorbilder brauchen, die ihnen vorleben, wie man als Frau an die Spitze kommt. Dabei geht es meist um beruflichen Erfolg, der auch nach außen hin gut sichtbar und objektiv messbar ist.

Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass wir bereits im ganz Kleinen - also in der eigenen Familie - ansetzen müssen, um gesamtgesellschaftlich etwas verändern zu können. Kinder lernen nunmal am meisten von ihren Eltern und wenn diese erfüllt und zufrieden mit ihrem Berufs- und Familienleben sind, wird es auch den Kindern später einmal leichter fallen, beide so essentiellen Lebensbereiche in Einklang miteinander zu leben. Für sie wird es dadurch selbstverständlich(er) sein, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und diese auch zu leben - beruflich und privat.


Wenn uns das als Eltern und Gesellschaft gelingt, kommen wir - aus meiner Sicht - dem Thema einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen ganzen Schritt weiter!


Solltest Du von Deinem aktuellen Vereinbarkeitsmodell nicht zu 100% überzeugt sein und das Gefühl haben, Deinen Kindern kein besonders hilfreiches Vorbild zu sein, schnapp' Dir meine kostenlose "Fulfilled Work & Family Life" Canvas! Sie wird Dir helfen, Klarheit für Dein Vereinbarkeitsmodell zu bekommen. Du wirst sehen - Erfüllung in Beruf und Familie ist kein Hexenwerk, aber Du darfst den ersten Schritt gehen, um sie Wirklichkeit werden zu lassen.



Herzlichst,

Deine Julia